Glaskörpertrübungen sind meist harmlos, können aber als sehr störend empfunden werden

Der Hohlraum im hinteren Augenabschnitt ist mit einer gelartigen Masse, dem sogenannten Glaskörper gefüllt. Bei jungen Menschen ist der Glaskörper glasklar, daher sein Name. Im Lauf des Lebens verändert sich der Glaskörper – es entstehen kleine Trübungen, die gelartige Masse verliert Wasser, schrumpft dadurch und wird beweglicher.

Was sind Mouches Volantes oder Floater?

Mit zunehmendem Alter entstehen kleine Trübungen im Glaskörper, die besonders bei hellen Lichtverhältnissen beim Blick auf helle Flächen auffallen. Jeder Mensch erlebt diese Veränderungen individuell unterschiedlich. Sie können als kleine Punkte, Fäden, Ringe oder Schlieren wahrgenommen werden. Je nach Augenbewegung, also Änderung der Blickrichtung, bewegen sich die Trübungen und schwimmen im hinteren Augenbereich herum. 

Da Lichtstrahlen, die ins Auge treffen, erst den Glaskörper durchqueren müssen, bevor sie auf die Netzhaut fallen, werfen diese Teilchen einen kleinen Schatten auf die Netzhaut. 

Glaskörpertrübungen sind in der Regel harmlos, können subjektiv aber sehr stören. Das Phänomen wird auch als Mouches volantes (fliegende Mücken) bezeichnet.

Eine hintere Glaskörperabhebung ist ein normaler Prozess im Lauf des Lebens

Der Glaskörper verliert im Lauf des Lebens Wasser und schrumpft. Dadurch entfernt er sich von der Netzhaut – er hebt sich von der Netzhaut ab. Dies geschieht zuerst im Bereich der Netzhautmitte und des Sehnervens. 

Eine hintere Glaskörperabhebung ist ein ganz normaler Prozess im Lauf des Lebens. Oft läuft dies unbemerkt ab.

Manchmal wird durch eine Glaskörperabhebung ein Zug auf die Netzhaut verursacht und löst Lichtphänomene (zum Beispiel Flackern oder Blitze) aus.

Circa 7% der Menschen im Alter zwischen 55 und 65 und 65% der Menschen im Alter zwischen 65 und 85 weisen eine hintere Glaskörperabhebung auf. 

Bei kurzsichtigen Menschen entwickelt sich eine hintere Glaskörperabhebung oft früher, da ihr Augapfel länger ist und sich der Glaskörper dadurch schneller von der Netzhaut abhebt.

Kann eine Glaskörperabhebung Probleme verursachen?

Ja. In seltenen Fällen kann der Glaskörper an bestimmten Stellen sehr fest mit der Netzhaut verbunden sein und bei seiner Schrumpfung eine Zugkraft auf bestimmte Netzhautbereich ausüben. Dabei können Löcher oder Risse in der Netzhaut verursacht werden, woraus sich eine Netzhautablösung entwickeln kann. 

Symptome wie Lichtblitze oder eine plötzliche Zunahme der Glaskörpertrübungen sollten  ernst genommen werden. Eine unmittelbare Vorstellung beim Augenarzt ist angeraten. Dabei wird meist die Pupille mittels Augentropfen erweitert. Denken Sie bitte daran, dass Sie danach nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen.

Es gibt unterschiedliche Formen von Glaskörpertrübungen/ Floatern

  • Kleine (diffuse) Floater
  • Spinnenartige Floater
  • Weiss-Ring-Floater bei hinterer Glaskörperabhebung

Man unterscheidet zwischen kleineren (diffusen) Floatern, die sich im Glaskörper verteilen, und größeren Trübungen. Letztere entstehen beispielsweise bei einer hinteren Glaskörperabhebung. Wenn sich die Verbindung zwischen dem Glaskörper und dem Sehnervenkopf löst, dann wird oft eine rauchartige ringförmige Trübung bemerkt, der sogenannte Weiss- oder Martegiani-Ring.

Können sich die Beschwerden von selbst bessern?

Spätestens ab einem Alter von ca. 45 Jahren nehmen viele Menschen Glaskörpertrübungen unter bestimmten Lichtverhältnissen wahr und können gut damit leben. Oft verschwinden die Symptome auch wieder, sobald der Glaskörper sich vollständig abgehoben hat. Dann sinken auch die Trübungen ab und verschwinden aus dem zentralen Blickfeld.

Fühlen Sie sich durch Glaskörpertrübungen jedoch sehr stark gestört, sind operative Behandlungsmöglichkeiten verfügbar. Gern beraten wir Sie dazu nach einer gründlichen Untersuchung Ihrer Augen.